SPD und GRÜNE fordern Gutachten zu Sommerlad-Planung: "Auswirkungen auf Fuldas Innenstadt unabhängig prüfen"

Fraktion

Fulda/Künzell/Petersberg - Die Pläne der Firma Sommerlad sind seit Wochen Thema in der Stadtregion Fulda. Der Einladung von Geschäftsführer Frank Sommerlad zu einem Informationsgespräch sind am vergangenen Donnerstag die Fuldaer Stadtverordnetenfraktionen von SPD und GRÜNEN, die Künzeller GRÜNEN-Fraktion sowie Stadträtin Heidelinde Weinberger, Stadtrat Heinz-Peter Höller und der GRÜNEN-Vertreter im Fuldaer Kreisausschuss Bernd Eckart gefolgt.

Der Darstellung, warum der bisherige Standort Pacelliallee / Ignaz-Komp-Straße in Petersberg keine Entwicklungsmöglichkeiten biete, folgte die Erläuterung der Neuplanung im interkommunalen Gewerbegebiet in Künzell am Lanneshofweg direkt neben der A 7: Der größte Teil der geplanten 64.775 m2 entfielen auf die Logistikflächen (32.732 m2) und die Büro- und Technikbereiche (2627 m2). Die Verkaufsfläche betrage 28.467 m2, 2.950 m2 hiervon innenstadtrelevante Sortimente (incl. 500 m2 Gardinenabteilung), dazu käme ein Gastronomiebereich (949 m2).

Die KommunalpolitikerInnen äußerten Verständnis dafür, dass Frank Sommerlad das Möbelhaus zukunftsfähig aufstellen will und dies am Standort Petersberg nicht möglich sei. „200 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze - zum großen Teil in Vollzeit - und eine Investition von 30 Millionen Euro sind sicher gute Argumente“, fasst SPD-Fraktionsvorsitzender Bernhard Lindner zusammen. „Zudem wird die Stadtregion durch die Konkurrenz zweier Qualitätsmöbelhäuser gestärkt.“

Doch die Bedenken von SPD und GRÜNEN können damit nicht weggewischt werden: „Das Problem sind die innenstadtrelevanten Sortimente wie Bett- und Tischwäsche, Geschirr, diverse Haushaltsartikel, Deko- und Geschenkartikel. Millionen Euro sind in den vergangenen Jahren in die Stärkung der Innenstadt geflossen – allen voran der neue Uniplatz und die als Fußgängerzone gestaltete untere Bahnhofstraße. Da stellt sich schon die Frage, ob dieser Möbelhaus-Neubau mit dem genannten Randsortiment und über 600 kostenlosen Autostellplätzen auf der grünen Wiese die Bemühungen um die Innenstadtentwicklung nicht konterkarieren“, erläutert GRÜNEN-Fraktionschef Ernst Sporer.

Der Sommerlad-Geschäftsführer nimmt die Bedenken ernst, ist sich aber sicher, dass seine Pläne nicht die Schwächung der Fuldaer Innenstadt, sondern eine Stärkung der ganzen Stadtregion zur Folge habe.

GRÜNE und SPD möchten die Diskussion um die Auswirkungen der Sommerlad-Pläne versachlichen. „Die Mehrheit haben SPD und GRÜNE in den vier beteiligten Kommunen zwar nicht, doch werden wir uns dafür einsetzen, dass ein Gutachten in Auftrag gegeben wird, um unabhängig die Auswirkungen auf die Innenstadt Fuldas prüfen zu lassen“, erklärt Bernd Eckart, der Vorsitzende der Künzeller GRÜNEN-Fraktion.

„Mehrheit hin oder her – gute Vorschläge setzen sich durch“, ist sich Bernhard Lindner (fast) sicher.

 
 

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