Wenn der CDU-Fraktionsvorsitzende Stollberg der SPD "Realitätsverlust" vorwerfe, könne das nur mit seiner eigenen Wahrnehmungsstörung nach dem Motto "es kann nicht sein, was nicht sein darf" zusammenhängen. Auf dem Gemüsemarkt soll das blühende Leben Fuldas stattfinden, also findet es auch statt, so das Motto der CDU.
Fraktion
Dieses Verständnis, die Wirklichkeit so zu betrachten, wie sie nach eigener Meinung sein soll, sei aber typisch für die Politik der Mehrheitsfraktion, heißt es in der Antwort der SPD-Stadtverordnetenfraktion. Dabei finde die Wahrheit weniger bei Empfängen, Präsentationen oder irgendwelchen offiziellen Veranstaltungen, sondern "auf dem Platz, in diesem Fall auf dem Gemüseplatz" statt. Dann soll Stollberg mal nach dem Marktgeschehen auf den Gemüseplatz gehen oder mit offenen Augen durch die Stadt laufen und nachschauen, weil viel Leerstände es in der Innenstadt gibt.
Genauso "absurd" sei der Vorwurf, die SPD kritisiere nur und hätte keine eigenen Vorschläge. Auch hier habe Stollberg wohl Wahrnehmungsstörungen und registriere nicht die Vielzahl der SPD-Anregung, speziell auch zur Innenstadt, konstatiert Pressesprecher Tritschler. Wer eiere denn rum beim Thema Sperrung der Friedrichstraße für den Autoverkehr? Nicht mal ein Versuchsprojekt werde in Angriff genommen. Warum werde der SPD-Vorschlag, Kleinkunst, Musik und Theater auf Fuldas Straßen zu bringen, nicht geprüft? Hier müsse die CDU-Fraktion erst mal in sich gehen und ihr Verhalten gegenüber Anträgen anderer Fraktionen überdenken. Warum sperre sich die Mehrheitsfraktion gegen das Ansinnen der SPD, einen Masterplan für die Innenstadt zu erstellen, um einer geordneten Stadtentwicklung Struktur zu geben?
Die Wahrheit und damit das Problem sind, dass die CDU-Fraktion mit ihrer Kritikunfähigkeit gegenüber Magistratsentscheidungen und dem Verweigern, sich mit Anträgen Anderer konstruktiv auseinandersetzen zu wollen, eine fortschrittliche und moderne Stadtentwicklung verhindere. Wer sich davon ein Bild machen will, sollte mal öffentliche Ausschusssitzungen besuchen, dann bekomme er diesen Eindruck bestätigt.
Die CDU verschließe weiterhin die Augen vor Fehlentwicklungen, wie jüngst die geplante Entwicklung auf dem Gelände des ehemaligen Emaillierwerks. Unbestritten sei, dass hierdurch Umsatzeinbussen im Innenstadtbereich die Folge sein werden.
Davon gingen auch die vorliegenden Gutachten aus. Im Gutachten zum Bau der Kaiserwiesen wurde festgestellt, dass parallel zur diesem Vorhaben die Innenstadt gestärkt werden müsse. Eine Parallelität fand aber nicht statt. Somit haben der Magistrat und die CDU Fakten nicht zu Kenntnis nehmen wollen bzw. darauf nicht adäquat reagiert. Damit gefährden Beide sehenden Auges eine positive Innenstadtentwicklung und hätten auch dafür die Verantwortung zu tragen und nicht die, die darauf aufmerksam machten, heißt es zum Schluss der Pressemitteilung.
